Waffeln: Gebäck mit vielen Gesichtern

Als Sie diesen Menüpunkt anklickten, fragten Sie sich vielleicht, was sich dahinter verbirgt. Schätzungsweise gehören auch Sie zur Mehrheit meiner Leser, die nach einem Waffeleisen suchen, um eben einfache Waffeln damit herzustellen. Doch die Waffel an sich gibt es so gar nicht. Es gibt Waffeln weich oder knusprig, süß oder herzhaft. Waffeln sind ein Gebäck mit tausend Gesichtern und nahezu ebenso vielen verschiedenen Bezeichnungen. Kennt man sie hochdeutsch schlicht als Waffel, unterscheiden sich die Begrifflichkeiten von Region zu Region teils gravierend voneinander. In Süddeutschland kennt man sie als Hippen, wohingegen die Nordlichter die Waffel als Kauken oder Krullkuchen bezeichnen. Die Hamburger nennen sie Eisen-Brodt, am Niederrhein weiß man mit dem Terminus Nejjöhrkes etwas anzufangen. Egal, wie Sie bei Ihnen heißt: Waffeln sind in der Bundesrepublik so beliebt, wie kaum ein anderes Gebäck. Allein der Duft lässt Jung und Alt bereits das Wasser im Mund zusammenlaufen. Frisch ausgebacken, aus besten Zutaten zubereitet, dampfend auf dem Teller liegend. Sie wissen sicher, wovon ich rede. Die Waffel ist ein absoluter Hochgenuss und Klassiker der mittel- und nordeuropäischen Küche.
Waffeln

Im Wandel der Zeit: Die Waffel früher und heute

Schon im 9. Jahrhundert bereiteten die Menschen in Klöstern Oblaten, die im Grunde die einfachste Variante der Waffel sind, zu. Dabei war das Prinzip der Waffelherstellung dem uns bekannten sehr ähnlich. Wenn auch nicht ganz so komfortabel wie heute. Die Waffel wurde mithilfe zweier heißer Eisen herausgepresst. Diese Eisen bestanden aus dicken und sehr schweren Platten, die unter hohem Kraftaufwand mittels zweier Hebel aufeinandergedrückt wurden. So legte man das Waffeleisen in die Glut oder hing es in den Ofen. Sie können die Waffelbäckerei früher und heute zwar vom Grundprinzip miteinander vergleichen. Doch genießen wir heute den Komfort leicht zu bedienender und handlicher Waffelautomaten.
Waffel
Heute sind Sie in der Lage, sich innerhalb kürzester Zeit eine schmackhafte Waffel zuzubereiten. Sind Sie im Besitz eines Doppelwaffeleisens, funktioniert dies sogar wunderbar mit gleich zwei Waffeln. Früher benötigte das Backen tagelange Vorbereitung. Und ein Waffeleisen war längst kein alltäglicher Gebrauchsgegenstand. Neben den Klöstern blieb der Besitz eines solchen Eisens den reichen Familien der Oberschicht vorbehalten. Und dies aus gleich mehreren Gründen. Die schweren Eisen wurden eigens von einem Schmied angefertigt, was zeit- und kostenintensiv war. Aufwändige Verzierungen der Platten forderten hohes handwerkliches Können und eine ganze Menge Geduld. Und Waffeln verzehrte man nicht einfach so. Bereits die Brüder Grimm wussten um die besondere Bedeutung der Waffel in der deutschen Küche. In ihren Schriften erwähnten sie die Waffel als Fest- und Neujahrsgebäck.  Zu besonderen Anlässen, oder eben zu Beginn eines neuen Jahres wurde die Waffelbäckerei durchgeführt. Waffeln waren ein ganz besonderer Genuss, der nur selten auf dem Tisch stand. Ein solcher Genuss ist das Gebäck bis heute geblieben. Nur haben wir das Glück, sie problemlos und wann immer uns der Sinn danach steht, innerhalb weniger Minuten zubereiten zu können.